MV Mai 2026 Herr Plescher
Varroaresistenz 2033, der Weg zur behandlungsfreien Bienenhaltung
Herr Plescher ist im Imkerverein Göppingen zuständig für das Thema Bienengesundheit und hat sich die letzten Jahre stark engagiert im Bereich „Biotechnische Maßnahmen“ zur besseren Völkerführung.
Grundsätzlich ist es nötig bei allen Arbeiten die Biologie der Milben zu verstehen um Maßnahmen richtig zu timen und die Ergebnisse richtig zu bewerten. Ausführliche Infos zur Milbenbiologie findet ihr HIER.
Für eine kompakte Info schaut hier: https://www.toleranzzucht.de/vitale-honigbiene/biologie-der-varroamilbe
Seit 50 Jahren ist die Varroamilbe nun in Europa Teil der imkerlichen Bekämpfung geworden- und trotzdem sind die Erfolge nicht viel besser geworden. Immer noch liegt der jährliche Verlust an Völkern bei durchschnittlich 15%. Die natürliche Verlustrate ist ca 5%.
Aus diesem Grund ist 2024 das Projekt „Varroaresistenz 2033“ ins Leben gerufen worden.
Zum ersten Mal arbeiten hier verbandsübergreifend Experten zusammen mit dem Ziel in naher Zukunft eine Bienengenetik zu etablieren die mit wesentlich weniger Behandlungsmaßnahmen auskommt. https://varroaresistenzprojekt.eu
Innerhalb dieses Projektes haben sich vier Arbeitsfelder gebildet:
-Resistenzzucht: Arbeitsfeld der echten Züchter, die mit viel Aufwand an einer varroaresistenten Biene arbeiten (Handbesamung, Belegstellenbetreuung…)
-Basiszucht: Hier werden Maßnahmen entwickelt, die jeder Imker an seinem Stand umsetzten kann. Nähere Info: https://basiszuechter.de/basiszucht
-Biotechnische Maßnahmen: Den Zyklus der Varroavermehrung gezielt durch eine Brutpause unterbrechen und so die Zahl der Milben reduzieren. Dazu gehören die verschiedenen Bannwabenverfahren (VakoFang nach Gerdes, Scalvini-Käfig, Isolator nach Ralf Alles u.a.) Auch die totale Brutentnahme (Brutling,Flugling) im Sommer ist eine Option. Allerdings ist eine abschließende Behandlung weiterhin nötig.
– Bildung: Nur wenn die Maßnahmen auch flächendeckend in der Imkerschaft umgesetzt werden ist auf Dauer eine wirkliche Verbesserung zu erreichen. Daher sind ständige Fortbildung und Schulungsmaßnahmen an der Basis (also bei uns!) sehr wichtig.
Herr Plescher betonte, dass die Imkerschaft sich in Zukunft den veränderten Bedingungen anpassen muss um auf Dauer weiterhin starke Völker zu haben. Die pauschale Behandlung -besonders mit der Ameisensäure- ist kein Weg in die Zukunft. Herr Plescher rechnet in den nächsten Jahren mit der Zuwanderung einer weiteren tropischen Milbe. Diese Tropilaelaps- Milbe hat eine noch wesentlich dynamischere Vermehrungsform und wird uns Imker vor große Probleme stellen. Die befallenen Völker werden viel schneller absterben. Im Vergleich dazu ist die aktuelle Gefahr durch die neue Hornissen gering. Es gilt also alle Imker für effektivere Arbeitsweisen zu sensibilisieren.
Herr Plescher schlägt vor, in den Vereinen Arbeitsgruppen zu bilden um gezielt Erfahrungen zu sammeln und auszutauschen. So sind auch am besten regionale Bedingungen zu berücksichtigen und es wird die stabilsten Völker ergeben. Der Zukauf von Königinnen aus fernen Gebieten wird nicht den gewünschten Erfolg haben.

